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Kurmainzer Herz

Kartenausschnitt des Kulturradweges Kurmainzer HerzAm Untermain erstreckt sich ein Landstrich rechts und links des Mains über die Bundesländer Hessen und Bayern. Das war nicht immer so. Bis 1803 gehörten Seligenstadt und die Gemeinden mainaufwärts zum Erzstift Mainz, der damals ein eigenständiger Staat war.
Somit verbindet Seligenstadt, Karlstein und Mainhausen eine gemeinsame Geschichte, die der Kulturradweg Kurmainzer Herz aufgreift. Die insgesamt 16 Stationen präsentieren die Geschichte und die Landschaft am Main. Die Gesamtlänge des Kulturradweges beträgt circa 35 Kilometer und ist als Tagestour konzipiert.

Allein 7 Stationen befinden sich auf Mainhäuser Gemarkung. Diese möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen:

Kilianus Brücke

Altes Gemälde der Schlacht von Dettingen an der heutigen KilianusbrückeSeit 1989 verbindet die Kilianusbrücke als Fußgänger- und Radfahrerbrücke Hessen (Mainflingen) und Bayern (Dettingen). Sie ersetzt eine alte Fährverbindung über den Main.
Vor der Schlacht bei Dettingen am 27. Juni 1743 lagen auf dem Mainufer bei Mainflingen 50.000 Franzosen gegenüber der "Pragmatischen Armee" mit 16.000 Engländer, 16.000 Hannoveraner, 20.000 Österreicher und 6.000 Hessen unter der Führung des englischen Königs Georg II.
Der Kampf, den die "Pragmatische Armee" für sich entschied, forderte circa 5.000 Tote und Verwundete.
Das Bild zeigt ein Gemälde der Schlacht von Dettingen von Ludwig Christian von Löwenstern.
Die Kilianusbrücke ist die 7. Station des Kulturradweges Kurmainzer Herz.

Bongsche Tongrube

Luftaufnahme der Bongschen TongrubenSeit 1933 wurden die beiden hier liegenden Tongruben von der Firma Bong erschlossen. Das Luftbild zeigt die beiden Bong'schen Tongruben.
Während in der linken heute noch Ton abgebaut wird, sollte die rechte nach der Stilllegung zu einer Giftmülldeponie umfunktioniert werden.
Dies konnte jedoch durch engagierte Proteste verhindert werden. In Kürze soll hier ein Naturschutzzentrum entstehen.
Die Bongsche Tongrube ist die 10. Station des Kulturradweges.

Häuser Schlösschen

Das Häuser Schlösschen steht mit einer nahe gelegenen Wüstung in Verbindung, dem Zellerhof.
Beide Siedlungen seien abgebrannt.
Der Legende nach hätten die Bewohner vom Zellerhof und die vom Häuser Schlösschen eine neue Siedlung errichtet, wobei sie bei der Namensgebung die Namen beider Vorgängerdörfer verwendeten.
Daraus sei das nahe gelegene Zellhausen entstanden.
Das Häuser Schlösschen ist die 11. Station des Kulturradweges.

Mainflinger Mainufer

Luftaufnahme der Mainflinger SeenZwischen den 1960er und 1970er Jahren wurde auf dem Geländer der Mainflinger Seen Kies abgebaut.
Danach füllten sich die Gruben mit Wasser. Die beiden nördlichen Becken werden als Bade- und Angelsee genutzt, der südliche Teil ist seit 1977 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Das Mainufer ist die 8. Station des Kulturradweges.

Grasbrücke

Foto der Grasbrücke bei MainhausenÜber die Grasbrücke mussten die Kaufleute ziehen, um zur Messe nach Franfurt zu gelangen, das heißt, sie war damals ein viel benutzter Verkehrsweg.
Auf der ältesten bekannten Darstellung von 1594 erscheint sie mit dem Namen Krafftsbrücke.
Der derzeitige Bautenstand dürfte der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstammen.
Die Grasbrücke ist die 9. Station des Kulturradweges.

Sendefunkstelle Mainflingen

Foto mit Blick auf zwei Maste der SendefunkanlageÜber die Mainflinger Sendemasten für Langwelle wurde bis Anfang 2006 das Zeitzeichen DCF77, das Signal der Europäischen Funkrundsteuerung (EFR) DCF49 verbreitet.
Derzeit wird das DGPS-Signal DCF42 gesendet, das von der Deutschen Telekom AG in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie betrieben wird und hochgenaue Positionsbestimmungen ermöglicht. Seit den 1990er Jahren dient die Anlage auch zur Ausstrahlung des Evangeliumsrundfunks.
Das Gelände hat eine Vorgeschichte: hier befand sich ein geheimes Flugfeld der deutschen Luftwaffe, das im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde.
Die Sendefunkstelle Mainflingen ist die 12. Station des Kulturradweges.

Käthe Paulus

Gerahmtes Bild mit Käthe Paulus MotivAm 28. August 1893 hielten bei einem Volksfest in Nürnberg mehr als 60.000 Zuschauer den Atem an: Ein gewisses Fräulein Katharina (Käthchen) Paulus, am 22.12.1868 in Zellhausen geboren, sprang als erste Frau in Deutschland mit einem selbstgenähten Fallschirm aus einem Ballon aus 1500 Metern Höhe zur Erde.
Käthe Paulus erfand den Paketfallschirm, der im Ersten Weltkrieg unzähligen Piloten das Leben rettete.
1935 starb sie in Berlin-Reinickendorf, wo ihr die Stadt ein Ehrengrab errichtete.
Der Geburtsort von Käthe Paulus ist die 13. Station des Kulturradweges.

Die Bilder und Texte wurden dem Flyer Kurmainzer Herz entnommen.