Pressemeldungen

Bahnhofsjubiläum in Mainhausen

110 Jahre Haltestelle Zellhausen

Am 1. Oktober vor 110 Jahren hielt am Bahnhof in Zellhausen zum ersten Mal ein Zug. Die schon im Jahr 1882 eröffnete Bahnstrecke Hanau – Wiebelsbach-Heubach war um einen Haltepunkt reicher. 26 Jahre mussten die Zellhäuser Industriearbeiter, die vornehmlich in Hanau, Offenbach oder auch Frankfurt ihren Arbeitsplatz hatten, auf das Verkehrsmittel „Bahn“ verzichten.

Wie kam es zu dieser „Verspätung?“ Bei der Planung und dem Bau der Bahn waren die Behörden auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden angewiesen. Doch die Gemeindebehörden standen den ursprünglichen Plänen der Bahn ablehnend gegenüber, durch eine andere Streckenführung für Zellhausen eine ortsnahe Haltestelle zu ermöglichen. Man fürchtete den Verlust kostbaren Ackerlandes. So aber plante die Bahn letztlich ohne Beteiligung der Gemeinde an Zellhausen vorbei und baute nahezu ausschließlich auf staatseigenem Gelände und in direkter Linienführung die Strecke Seligenstadt-Babenhausen, Zellhausen blieb buchstäblich links liegen. „Eine Tatsache, die auch heute noch die Nutzung unseres Bahnhofes erschwert“, so Bürgermeisterin Ruth Disser mit etwas Unverständnis zum Handeln der Amtsvorgänger. 

Bahngleis mit Haltestelle


Beim Bau wurden viele tausend Kubikmeter Erde bewegt. Unter den Arbeitern waren auch viele Zellhäuser. Innerhalb der hiesigen Bevölkerung wuchs die Zahl der Industriearbeiter und damit der Bahnbefürworter immer mehr an. Nach Inbetriebnahme der „Ernst-Ludwig-Bahn“ im Jahre 1882 konnte es jedoch nur noch um eine Haltestelle für Zellhausen an der bestehenden Strecke gehen. Der weite Weg an den Bahnhof würde bleiben. Doch auch in dieser Frage zeigte sich die Gemeinde wenig kooperativ. So verweist die Bahn in einem Schreiben vom September 1897 darauf, dass eine Haltestelle so lange nicht gebaut werden könne, wie sich die Gemeinde Zellhausen weigere, den pflichtgemäßen Baukostenanteil von 1000-1200 Mark zu leisten. Dabei ging es freilich um eine Mindestausstattung, bestehend aus Bahnsteig, offener Wartehalle und Toilette.

Letztendlich konnte sich die Gemeinde nicht länger dem wachsenden Druck aus der Bevölkerung verweigern und machte den Weg für eine Haltestelle frei. Nach 26 Jahren war es endlich so weit: Beim Bürgermeister ging im September 1908 ein Schreiben der Eisenbahndirektion ein, in dem kurz und knapp mitgeteilt wurde, dass

 „… der zwischen den Stationen Babenhausen und Seligenstadt neu errichtete Haltepunkt Zellhausen am 1. Oktober d.J. für den Personen- und Güterverkehr eröffnet wird. Sonstige Abfertigungen von und nach Zellhausen finden nicht statt.“

„Seit diesem Ereignis sind nun 110 Jahr vergangen und der Haltepunkt Zellhausen hat sich natürlich der heutigen Zeit angepasst,“ stellt Ruth Disser fest, „2009 wurden der Bahnsteig und die Gleisanlagen modernisiert. In den vergangenen Tagen konnte auch die komplette Sanierung des Bahnhofsvorplatzes abgeschlossen werden. Trotzdem liegt der Bahnhof noch immer weit außerhalb von Zellhausen und auch die bestehenden Haltezeiten lassen viele Wünsche offen.“

(Quelle: Heimat- und Geschichtsverein Mainhausen)

Interessante Dokumente und Bilder finden sich auf der Homepageseite der Gemeinde Mainhausen unter: www.mainhausen.de/110-jahre-Bahnhof.

 

  • Einfahrt Zug vom Vorplatz
    Bahnhof vom Vorplatz aus
  • Bahnhofsvorplatz mit Wärterhäuschen
    Bahnhofsvorplatz mit Wärterhäuschen
  • Bahngleis mit Zug_2
    Vias-Bahn
  • Haltestelle von gegenüber
    Haltestelle mit Ortsbezeichnung
  • Bahngleis mit Haltestelle
    Bahngleis mit Haltestelle
  • Augang zum Gleis
    Aufgang zur Gleisanlage
  • Fahrradständer
    Öffntlicher Fahrradständer